Twitter-Studie: Blogger sind auch nur Spießer!

21. Oktober 2008

Wissenschaftler haben Tausende von Tweets analysiert und sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: Blogger sind auch nur Spießer!

Der typische Blogger hält sich selbst für überdurschnittlich gebildet, alternativ lebend und politisch links stehend. Für diesen Typus dürfte die neue Studie ein Schlag ins Gesicht sein. Die überwiegende Mehrheit der Blogger führt ein genauso normales Leben wie ihre Millionen von Mitmenschen im deutschsprachigen Raum. Man geht einer Vollzeitbeschäftigung nach, damit man seine Familie ernähren und das Einfamilienhäuschen abbezahlen kann. Dabei spielt die Familie im Leben eines Bloggers insgesamt aber eine eher untergeordnete Rolle. Das Netzleben, sprich regelmäßige Statusupdates bei Twitter und neue Blogeinträge sind wichtiger als der Familiensegen. Der dürfte bei den meisten Bloggern nämlich schon lange schief hängen, da Papa nur noch mit dem iPhone durch das Haus läuft und jede seiner Handlungen twittert oder nach jeder Aktion an sein Laptop springt, um seinen Followern zu erzählen, was er gerade tolles gemacht hat (geduscht, Kaffe gekocht, Müll rausgebracht etc.). Genauso steht der Arbeitsplatz auf dem Spiel, da der typische Blogger auch gerne vom Arbeitsplatz aus twittert und bloggt. Aber der erste Kaffee am Morgen muss genauso dokumentiert werden wie das Warten auf den Feierabend, um dann von zu Hause aus unvermindert weiter zu twittern.

Plausibilitätsprüfungen der unzähligen Tweets haben zudem ergeben, dass sich viele Twitter-User/Blogger die Scheinwelt eines Lebens aufgebaut haben, das sie gerne führen würden, aber nicht führen können. Diese Erkenntnis sei zwar nicht unbedingt neu, da man dies bereits aus vielen Blog-Artikeln herauslesen kann. Da aber der netzaffine Mensch sich in der vermeintlichen Abgeschiedenheit des Twitter-Universums heimelig und kuschelig fühlt, gibt er dort sehr viel mehr von seinem inneren Seelenleben preis als ihm lieb sein mag. So gesellt sich zu der Gruppe der Spießer auch noch die nicht gerade kleine Gruppe von Blendern.

Spießer und Blender haben gemein, dass sie insgesamt süchtig nach dem Internet sind, dies aber niemals zugeben würden, ja nach einem Urlaub ohne Netz sogar gerne und immer wieder betonen, wie toll es doch gewesen sei so und so lange offline gewesen zu sein. Solche Statements erfolgen jedoch in der Regel bereits Sekunden nach dem Aufsperren der Haustüre nach der Rückkehr aus dem Urlaub. Frau und Kinder dürften angesichts dieses Suchtverhaltens bereits die Augen verdrehen. …

Wer es geschafft hat, bis hierher zu lesen, wird mit der Erkenntnis belohnt, dass es sich natürlich nur um eine fiktive Studie handelt. Würde es aber eine derartige Analyse von Tweets einmal geben, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das Ergebnis so oder so ähnlich ausfallen würde…

Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag deaktiviert.

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel: