Posts tagged as:

Spam

Foto: DryRot

Früher war ich immer ein Vertreter der No Nofollow-Bewegung, also gegen das nofollow- Attribut in Links (wenn Du nicht weißt, warum es dabei geht – macht nix, dann ist dieser Beitrag eh nicht für Dich gedacht ;-)). Es wurde auch schnell klar, dass die Einführung dieses Attributs keinen Erfolg gegen Kommentar- und Trackback-Spammer bringt. Die Spamflut wurde und wird größer und größer und es scheint, dass die Verursacher des Spams nicht müde werden zu versuchen, ihre schmutzigen Links in Blogs unterzubringen.

Dabei haben sie bei den heutigen Blogsystemen ohnehin kaum noch eine Chance, gegen diverse Abwehr- und Filtermechanismen durchzukommen, sie belasten höchstens den Server des Blogbetreibers, aber Erfolge können sie kaum verzeichnen (außer bei stillgelegten Blogs, die seit Jahren nicht mehr gepflegt werden und deren Technik ebenso veraltet ist), weshalb viele Blogger (wie auch ich) auf das nofollow-Attribut bei Kommentarlinks verzichten.

Jedenfalls sollte heutzutage jeder Blogbetreiber wissen, was zu tun ist, um automatisierten Spam von seinen Kommentaren fernzuhalten. Dieser sollte also kein Problem mehr darstellen.

Allerdings gibt es mittlerweile Zeitgenossen, die Listen abgrasen, die findige windige SEO-Amateure erstellt haben, auf denen Blogs verzeichnet sind, die auf das nofollow-Attribut verzichten, um diese Blogs dann “manuell” mit vermeintlich “qualitativen” Kommentaren zuzumüllen. Auf so einer Liste scheint mapu.de auch zu stehen.

Man erkennt diesen manuellen Kommentarspam daran, dass er tatsächlich auf den Artikel Bezug nimmt, aber mehr oder weniger nichts sagend ist. Oft in schlechtem Deutsch geschrieben und der angegebene Link verweist z.B. auf irgendwelche Müllseiten mit russischer Domain. Solche Kommentare treten bei mir in letzter Zeit immer öfters auf. Ist auch verlockend, erscheint der Link des Kommentarschreibers doch sogar in der Seitenleiste auf jeder Seite von mapu.de, also auf tausenden von Seiten.

Foto: jasmeet

Auch wenn man solche Kommentare relativ leicht erkennt, bin ich müde, jedes Mal überlegen zu müssen, ob dies nun ein echter Kommentar oder ein Spamkommentar ist. Deshalb steht auf diesem Weblog seit ein paar Wochen auch wieder das nofollow-Attribut in jedem Kommentarlink, auch in der Seitenleiste.

Ich bin der Meinung, dass es Kommentierern, die um des Artikels willen kommentieren, egal sein sollte, ob ihr Link von Suchmaschinen gewertet wird oder nicht. Ich jedenfalls schaue beim Kommentieren nicht erst nach, ob denn die Links auch einen “Wert” haben, die ich da hinterlasse. Liegt vermutlich auch daran, dass ich einer Blogger-Generation angehöre, die damals nie über solche Dinge nachgedacht hatte.

Ich will jetzt auch nicht über Suchmaschinenoptimierung generell ablästern. Ist halt eine Dienstleistung die nachgefragt wird und die in nachvollziehbarer Weise unter Konkurrenten auch notwendig zu sein scheint. Ich weiß auch, dass seriöse Suchmaschinenoptimierung nichts mit Kommentarspam zu tun hat. Es sind die schmierigen Amateur-SEOs, die meinen ganz schlau zu sein und ihre “Kunden” mit solchen moralisch fragwürdigen Methoden zufrieden stellen zu können. Amateure, die nach der Blogosphäre nun den Rest des Web 2.0 in Angriff genommen haben und einem teilweise jeden Spaß nehmen können. Amateure, die mangels Ausbildung ihr finanzielles Heil im Internet suchen, wo sich doch quasi mit Nichtstun Geld verdienen lassen soll. Amateure, die… ach, lassen wir das.

Die Karawane ist sowieso weiter gezogen, das eigene Blog ist nicht mehr der Mittelpunkt des Internetlebens, die Action findet woanders statt, auf Twitter, Facebook etc. Und dort kann man sich Gottseidank vorab aussuchen, mit wem man es zu tun haben möchte. Jedenfalls sollte diese Änderung meiner nichtvorhandenen Policy meine Stammleser und -kommentierer nicht vergrämen und der händische Kommentarmüll wird auch bald abnehmen, weil mapu.de nach und nach von diesen Listen verschwinden wird. Bis dahin könnt ihr SEO-Deppen (oder arme Schlucker, die ihr seid und für ein paar Cent für so einen SEO-Quacksalber schlechte Kommentare absondert), für mich gerne frischen Content liefern, der mir dank euch mehr und mehr Besucher von den Suchmaschinen liefern wird…

{ 6 comments }

mapu.co.de?

14. Dezember 2009 · 2 comments

Ich dachte ja schon, dass ich wieder einmal außen vor gelassen wurde, aber heute habe ich auch endlich Post der Websuche Search Technology GmbH & Co. KG erhalten, mit dem Angebot, mir im Rahmen der Sunrise-Phase die Domain mapu.co.de für “kostengünstige” 99,– €/Jahr zu sichern.

(…) Da Sie mit www.mapu.de eine der wichtigsten Seiten im deutschen Markt betreiben, möchten wir Sie mit diesem Schreiben über diese Sunrise-Phase informieren. (…)

Wäre ich nicht schon bei Basic Thinking über die Aktion dieser Firma gestolpert, die sich die co.de-Domain gesichert hat und jetzt beabsichtigt, mit dem Verschachern von Subdomains(!) das große Geld zu machen, wäre ich natürlich spätestens nach diesem Satz in schallendes Gelächter ausgebrochen. Um die deutsche Internetlandschaft muss es wirklich schlecht bestellt sein, wenn mapu.de zu den wichtigsten Seiten hierzulande gehört! ;-)

Jedenfalls sorgte dieser Snail-Spam, gegen den man offensichtlich nicht viel machen kann, eher für amüsante Vorabendunterhaltung als für “rechtlichen Klärungsbedarf”, wie das Pamphlet betitelt wurde.

Trotzdem würde mich interessieren, woher die feinen Herrschaften dieser Firma meinen vollständigen Namen und meine Anschrift haben. Sie werden doch wohl nicht etwa gegen die Nutzungsbedingungen der DENIC verstoßen haben, in denen es heißt:

Die in der whois-Abfrage ersichtlichen Domaindaten sind rechtlich geschützt. Sie dürfen nur zum Zwecke der technischen oder administrativen Notwendigkeiten des Internetbetriebs oder zur Kontaktaufnahme mit dem Domaininhaber bei rechtlichen Problemen genutzt und ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis der DENIC eG weder elektronisch noch in anderer Art gespeichert werden. Insbesondere die Nutzung zu Werbe- oder ähnlichen Zwecken ist ausdrücklich untersagt.

Durch das Betätigen des untenstehenden Buttons “Akzeptieren” versichern Sie, dass Ihrerseits ein berechtigtes Interesse vorliegt und Sie die ausgegebenen Daten nur zu diesen Zwecken nutzen werden. Ihnen ist bekannt, dass sich die DENIC eG vorbehält, bei Missachtung dieser Versicherung rechtliche Schritte einzuleiten und Sie von der Nutzung der whois-Abfrage auszuschließen.

Na, ich weiß nicht, ob es da ausreicht, einen unverlangt zugesandten Werbezettel mit der Überschrift “Rechtliche Klärung wegen mapu.co.de” zu betiteln, um rechtliche Probleme herbeizureden, die eine Verwendung der Domaindaten rechtfertigen würden.

Ich bin gespannt, was die DENIC dazu sagen wird.

{ 2 comments }

Tja, da hatte mir doch tatsächlich jemand 5.000 USD für meine Domain nigeriablog.net geboten! Und was muss ich nach ein bisschen Recherche feststellen? Alles Betrug!

Das Internet ist einfach böse!

{ 3 comments }

Kommentar-Spam

28. Oktober 2008 · 2 comments

Ich weiß ja nicht, in welchen Spam-Verteiler ich da reingeraten bin, dass seit gestern das Spamaufkommen rapide angestiegen ist (gegen Trackback-Spam ist dieses Blog Gottseidank gefeit!). Oder die Schonfrist eines WP-Blogs ist nun (nach gut zwei Monaten) abgelaufen? Hätte ich eigentlich früher mit gerechnet ;)

{ 2 comments }

Dank der tollen Arbeit der Infogurke (Martin Spütz), die das Subscribe to comments-Plugin den hiesigen Verhältnissen angepasst hat (Grund siehe hier), können viele WP-Blogger in Deutschland wieder aufatmen und ihren Kommentarschreibern eine Möglichkeit zum Abo anbieten.

Und zwar mit dem erwünschten Double-Opt-In-Verfahren. Glücklicherweise so gelöst, dass man nicht bei jedem Abo seine E-Mail-Adresse bestätigen muss, sondern nur erstmalig. Ich denke, das ist eine gute Lösung und steht auch kommentarwilligen Besuchern nicht zu sehr im Wege. Gleichzeitig sollte man damit das Abmahnrisiko um einiges verringern können. Falls es irgendwelche Probleme damit geben sollte, bitte in den Kommentaren (höhö!) melden… ;)

{ 0 comments }

Thema des Tages und des Wochenendes wird sein: Jan Tißler wurde wegen des WordPress-Plugins “Subscribe to comments” abgemahnt.

Manche gesetzliche Regelungen schießen einfach über das Ziel hinaus. Es ist schön, dass es Gesetze gegen Spam gibt. Aber wie man weiß, hilft kein Gesetz der Welt gegen Spam. Es hilft lediglich geldgierigen Menschen, sich aufgrund solcher Gesetze zu bereichern und andere zu schädigen.

Im Klartext: Es geht um ein Plugin für WordPress, das es Kommentar-Schreibern ermöglicht, die Kommentare zu einem Artikel per E-Mail zu abonnieren, um ggf. auf neue Kommentare reagieren zu können. Das ist einerseits ein Service für die Leser, andererseits hilft es auch dem Blogger, Besucher erneut auf sein Blog zu locken ;) Das Problem: Die eingegebene E-Mail-Adresse wird nicht überprüft. So kann man also bei der Abgabe eines Kommentars jede beliebige E-Mail-Adresse eingeben, an die dann die Kommentarbenachrichtigungen verschickt werden. Betreibt man ein gewerbliches Blog (strittig, aber eine AdSense-Anzeige könnte ausreichen!), könnte die Benachrichtungsmail an jemanden, der nicht benachrichtigt werden wollte, als Spam ausgelegt werden und Zack!, ist man dran. Das wäre die eine Seite und es ist sogar nachvollziehbar. Ich möchte meine E-Mail-Adresse auch nicht unerwünscht in einer Benachrichtigungsliste von z.B. Robert Basic wiederfinden (wegen der Quantität der Kommentare, nicht der Qualität! Obwohl…) ;)

Die andere Seite ist dieses leidige Abmahnwesen in Deutschland. Selbst wenn niemand zu schaden kommt, muss man trotzdem blechen. Und das nicht mal an den Staat, weil man evtl. gegen ein Gesetz verstoßen hat, sondern an einen geldgeilen Anwalt. Es wird Zeit für eine Neuregelung und eine Begrenzung der Abmahngebühren.

P.S.: Ich bin nicht so mutig und lasse das Plugin aktiviert. Ich werde es nun deaktivieren und warte, bis es eine technische Lösung gibt. Aber wer will schon seine E-Mail-Adresse erst bestätigen müssen, wenn man nur mal schnell einen Kommentar abgeben möchte? Da kann man dann ja gleich die Registrierungspflicht fürs Kommentarschreiben aktivieren und dann auch einfach das Plugin aktiviert lassen. Hm…

{ 9 comments }