Vor einem knappen Jahr kam gerade mal wieder das Gerücht eines vom Internetriesen Google entwickelten Betriebssystems auf.
Seit dem hat sich viel getan: Google veröffentlichte mit Google Chrome seinen eigenen Internetbrowser, der für viel Begeisterung sorgte. Immerhin ist er schnell und er versteht schon jetzt das Verwalten von einzelnen Internetseiten als eigene Applikation, so dass das weitere Browsen im Internet nicht negativ beeinflusst werden kann. (Da ich nun einen Intel-Mac habe, hatte ich mir Google Chrome natürlich auch einmal angesehen, aber ich konnte mich bisher nicht so sehr dafür begeistern.)
Und schon kamen wieder die Gerüchte über ein eigenes Betriebssystem auf und dass ein von Google entwickeltes OS wohl kein Betriebssystem im herkömmlichen Sinne sein würde, sondern den Benutzer hauptsächlich mit webbasierten Anwendungen arbeiten lassen würde.
Tja, und die Gerüchte sollten sich mehr oder weniger bewahrheiten. In der vergangenen Woche stellte Google dann Google Chrome OS, wie das Betriebssystem offiziell heißt, der breiten Öffentlichkeit vor. Und letztlich ist Chrome OS auch nichts anderes, als ein browserbasiertes Betriebssystem, das es dem Nutzer so einfach wie möglich machen soll, seine Daten zu verwalten. Weil Google davon ausgeht, dass jeder Computerbenutzer mehr oder weniger mit einem Internet-Browser umgehen kann. (Ist dem wirklich so?)
Die Idee ist natürlich genial und gerade für leistungsschwächere Computer, wie z.B. die beliebten Netbooks ideal. Und ich muss sagen, wenn ich mir die Demo so ansehe, dann kann ich mir Chrome OS durchaus auf einem (noch anzuschaffenden) kleinen Netbook vorstellen:
Auf meinem Desktop möchte ich jedoch ein ausgefeiltes Betriebssystem wie Mac OS X vorfinden, denn es gilt noch immer, was ich seinerzeit schrieb:
Kurzum, eigentlich spielt für mich das Betriebssystem keine große Rolle mehr. Eigentlich, weil so ein Mac OS-Desktop halt trotzdem noch sehr schön anzusehen ist und wenn man mal etwas abseits der Netzwelt macht, dann funktioniert das mit Mac OS X perfekter als ich es jemals früher erlebt habe.
Erst recht, seit dem ich meinen shiny new iMac habe ;-)
Google Chrome OS wird meiner bescheidenen Meinung nach keine große Konkurrenz für M$ Windows oder Mac OS X sein, doch aber für die Linux-Distributionen wie Ubuntu, die es dem User ebenfalls einfach machen wollen und deshalb gerne auch auf Netbooks und kleineren Notebooks installiert werden.
Jedenfalls eine spannende Sache, wenn Google neben dem Browsermarkt bald auch den Betriebssystemmarkt aufmischen wird…
Bekanntlich gibt es ja Google Chrome noch nicht für Mac OS X und Linux. Es soll auch User geben, die Google hinsichtlich des Datenschutzes nicht trauen und deshalb freiwillig auf den neuen Browser verzichten. Wer aber trotzdem nicht auf das fluffige Design verzichten möchte, kann sich nun das Theme Chromifox auf seinem Firefox installieren. Und man glaubt es kaum, mit diesem leichten, angenehmen und hellblauen Design surft es sich gleich viel schneller ;) (via)
So, ich geb jetzt auch mal meinen Senf zu Google Chrome ab. Dank der fix erstellten Portable Version von Chrome konnte ich diesen heute mal kurz in der Arbeit unbemerkt antesten. Ist verdammt schnell das Teil und das minimalistische Design hat sehr viel Chrome Charme. Aber darum geht es mir gerade nicht.
Überall ist zu lesen, dass Google mit Chrome Microsoft und den Internet Explorer angreift. Das ist natürlich in mehrerlei Hinsicht Unsinn. Einerseits glaube ich wirklich nicht, dass das Googles Absicht ist, andererseits dürfte der gemeine IE-User nicht zur Zielgruppe des Chrome-Browser gehören.
IE-User benutzen den IE, weil er auf ihrem Rechner vorinstalliert ist und sie nichts anderes kennen. Ich wette, ein Großteil der IE-Nutzer weiß nicht einmal, was ein Browser ist und dass es Alternativen gibt. Und auch wenn Google Chrome bescheiden auf seiner Startseite bewirbt, wird das nicht viele User auf die “andere” Seite ziehen.
Der gemeine IE-Nutzer benutzt auch (Outlook) Express und E-Mail-Adressen von Yahoo!, AOL, Hotmail (Live) oder in Deutschland von GMX oder Web.de. Aber wohl kaum Gmail und die anderen Googledienste. So jedenfalls meine Erfahrungen in meinem persönlichen Umfeld.
Und diejenigen, die sich schon jetzt Googles Chrome herunter geladen haben, sind die technikaffinen User, die schon einen alternativen Browser benutzen und die – wenn die Voraussetzungen stimmen – auch zu einem besseren(?) Browser wechseln würden. Also die Firefox-User.
Klar, ich weiß auch, dass Google erst kürzlich zig Millionen in das Mozilla-Projekt gesteckt hat. Aber es wird noch eine Weile dauern, bis Chrome soweit ist, um Firefox als Browser der Geeks und Nerds abzulösen und bis dahin muss man einen (Such-)”Fuß” in der Tür behalten.
Zu den datenschutzrechtlichen Aspekten kann ich noch nicht viel sagen, empfehle derweil aber den Text von Spreeblick – die mir übrigens in letzter Zeit immer besser gefallen, weil sie nicht (mehr) so einem Schwarz-Weiß/Gut-Böse-Denken verfallen sind, wie der Rest der (deutschsprachigen) Blogosphäre.