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Blogosphäre

Früher bedeutete Bloggen ja nicht nur, was ins Internet zu schreiben, sondern auch – und für viele vor allem – am eigenen Weblog herumzubasteln. Damals war Bloggen nämlich, technisch gesehen, noch nicht so einfach und da man sowieso immer daran herumschrauben musste, hatte man auch das eine oder andere mal gerne das Äußere verändert (Ausnahmen bestätigen die Regel ;)) oder neue Funktionen (per Hand!) hinzugefügt usw.

Selbst das Betreiben eines Weblogs bei Blogger.com war noch ein echtes Abenteuer. Aber ich schweife ab…

Worauf ich eigentlich hinaus will: Im letzten Jahr wurden Blogging-Dienste wie Tumblr, Posterous (WP.com sowieso) immer beliebter. Sie machen das Bloggen und das Verbreiten der eigenen Inhalte extrem einfach. Ein Klick und man hat sämtliche Nachbarschafts-Web-Zwonull-Dingsbumse zugespamt. Namhafte Blogger begannen diese Angebote auf Kosten ihrer “Haupt-Blogs”, denen sie eigentlich ihre Popularität zu verdanken haben, zu nutzen.

Allerdings bleibt damit doch die gestalterische und technische Kreativität etwas auf der Strecke. Deshalb erfreut mich der, ich sag mal so… Mini-Trend, den ich heute entdeckt habe, sehr:

Beliebte* Blogger wie der Admartinator und Manuela mit ihrem Surfgarden kehren wieder zu den Blog-Wurzeln zurück und haben ihre klassischen Blogs wieder zum Leben erweckt.

Ich hoffe dieser Trend hält an, nicht nur dass die beiden beispielhaft Genannten ihr Vorhaben auch durchhalten, sondern dass ihnen andere folgen werden…

*behaupte ich einfach mal! :-)

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Foto: Kris Haamer

Früher war alles besser. Da wurden neue Blogger und ihre Blogs in der noch überschaubaren Blogosphäre persönlich begrüßt und Blogschließungen kollektiv betrauert. Man konnte quasi alle deutschsprachigen Blogs in seiner Blogroll unterbringen.

Es gab keine Diskussionen darüber, ob es nun das oder der Blog heißt, denn damals wusste einfach jeder, dass es das Blog heißt. Die Blogosphäre konnte in keine Krise geraten, da man sich selbst nicht zu wichtig nahm und das eigene Weblog nicht den Anspruch hatte, die Welt verändern zu wollen. An das Geldverdienen mit Blogs war nicht zu denken, da es Google AdSense noch nicht gab. Webspace war noch teuer und die Installation einer Blog-Software kostete Schweiß, Blut und Nerven. Doch dann kam WordPress:

Die erste stabile Version von WordPress erschien am 3. Januar 2004.

Und Six Apart, deren Blogsoftware Movable Type bis dahin Marktführer war, machte einen entscheidenden Fehler:

With the release of version 3.0 in [May] 2004, there were marked changes in Movable Type’s licensing, most notably placing greater restrictions on its use without paying a licensing fee.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2004 begann der unaufhaltsame Aufstieg von WordPress und Bloggen wurde zum Massenphänomen.

Daher meine persönliche Meinung: Altblogger darf sich nennen, wer vor der zweiten Jahreshälfte 2004 begonnen hatte zu bloggen.

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Zwar habe ich aus Zeitgründen die Aktion Ein ♥ für Blogs verpasst, aber dafür habe ich mir heute die Zeit genommen, mal wieder eine Blogroll einzurichten. Ist in der äußersten rechten Spalte unter der Werbung zu finden.

Die Aktion von StyleSpion fand ich zwar klasse und überfällig, aber sie wäre nicht so notwendig gewesen, wenn die meisten Blogger noch ihre guten alten Blogrolls betreiben würden. Die hatte man hauptsächlich für sich selbst, als Linkliste zum Abgrasen, als es noch kein RSS gab. Als positiver Nebeneffekt dieser Blogrolls entstand die so vielgerühmte gute Verlinkung zwischen den Blogs.

(Die SEO-Legende, dass viele externe Links die Position in Googles Suchergebnissen negativ beeinflussen könnten, tat ihr Übriges dazu. Siehe dazu den ausgezeichneten UPLOAD-Artikel Wer nicht verlinkt, schneidet sich ins eigene Fleisch)

Mit der Einführung und Verbreitung von RSS war die Blogroll für den Blogger selbst nicht mehr so essentiell, schließlich las man ab sofort im Feedreader und wurde zeitnah benachrichtigt, wenn es neue Artikel gab. Zudem ist die Pflege einer Blogroll natürlich auch zeitaufwändig, es soll schließlich die einen oder anderen Blogs geben, die des Öfteren ihren Standort im Netz verändern ;-)

Nun ja, jedenfalls will ich ab heute wieder in der Blogroll die Blogs auflisten, die ich gerne lese. Die Liste ist momentan längst nicht vollständig, aber ein Anfang ist gemacht. Die Blogroll ist nicht für mich, sondern für meine Leser, um andere interessante Blogs entdecken zu können und für die verlinkten Blogger, um meine Wertschätzung ihnen gegenüber auszudrücken :-)

Zu Hilfe kommt mir dabei das ausgezeichnete WP-Plugin Feed Reading Blogroll von Jan Weinschenker (gefunden via). Ich setze es hier sehr spartanisch ein, eigentlich nur, um die Reihenfolge nach den Aktualisierungszeiten zu sortieren und diese auch anzuzeigen, damit es nicht zu unübersichtlich wird.

Aber ich finde es ungemein praktisch, dass ich nur die Blogadresse eingeben muss, der Feed wird in der Regel durch Googles Feed-Discovery zuverlässig entdeckt.

Wer auch mit dem Gedanken spielt, mal wieder eine Blogroll in seine Sidebar einzufügen, sollte die Benutzung dieses Plugins unbedingt in Erwägung ziehen.

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Der Fall Tauss

7. März 2009 · 2 comments

Eigentlich äußere ich mich ja selten zu politischen Themen und auch den Fall Jörg Tauss möchte ich eher von einer anderen Seite betrachten.

Als die Meldung kam, dass gegen den (nun) ehemaligen Generalsekretär der baden-württembergischen SPD, ehemaligen Sprecher der Fraktionsarbeitsgruppe Bildung und Forschung im Bundestag und ehemaligen Obmann der SPD-Fraktion im Unterausschuss Neue Medien des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Schriften ermittelt werde, war auch ich erstmal etwas verwundert.

Nicht verwundert war ich über die deutsche Blogosphäre, die wie erwartet reflexartig und ohne nachzudenken auf den Verschwörungstheorie-Zug aufsprang und die politischen Gegner Tauss’ verdächtigte, ihm strafrechtlich relevantes Material untergeschoben zu haben. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ich frage mich, was für ein Bashing wir hätten erleben dürfen, wenn es einen CDU/CSU/FDP-Politiker getroffen hätte. Die für Jörg Tauss überall geforderte Unschuldsvermutung würde vermutlich nichts mehr wert sein.

Natürlich gilt auch im Fall Tauss die Unschuldsvermutung, aber genauso muss man auch ganz emotionslos an die Sache herangehen. Gegen einen Politiker gibt es einen Anfangsverdacht, die Staatsanwaltschaft beginnt zu ermitteln. Punkt.

Wenn sich der Verdacht als haltlos herausstellt, dann ist’s gut. Wenn nicht, werden wir vermutlich noch von viel mehr Verschwörungstheorien lesen, weil nicht sein kann, was… ach, ihr wisst ja, was ich meine.

Ich bin froh, dass man nun nach den anfangs unreflektierten, dafür reflexartigen Berichten in der Blogosphäre nun auch überlegtere Meinungen lesen kann.

Spannend bleibt die Sache auf jeden Fall. Für Tauss und für die Blogosphäre!

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