FriendFeed beta vs. Twitter

7. April 2009 · 0 comments

Ich gebe zu, in den letzten Monaten hatte ich etwas das Interesse an FriendFeed, den Lifestreaming-Dienst verloren. Mein Hauptaugenmerk lag mehr auf Twitter und meine verschiedenen Aktivitäten im Netz auch dort einzuspeisen.

Gestern ging FriendFeed nun mit der Betaversion eines neuen User-Interfaces an den Start. Geändert hat sich nicht nur die Optik, sondern auch der Funktionsumfang.

Während Twitter immer noch fragt “What are you doing?” und Facebook die etwas allgemeiner formulierte Frage “What’s on your mind?” stellt, fällt bei FriendFeed eine derartig auffordernde Frage ganz weg. Ein Eingabefeld mit der Möglichkeit ein Foto anzuhängen genügt hier. Allerdings war FriendFeed ursprünglich ja gar nicht dafür gedacht, manuell Inhalte einzupflegen, sondern viel mehr diese über RSS-Feeds zu aggregieren.

Und das funktioniert jetzt in Echtzeit. Und Echtzeit heißt in diesem Fall wirklich Echtzeit! Je nachdem, wievielen und welchen Leuten man folgt, kann einen dieser Informationsfluss, der hier wortwörtlich den Bildschirm hinunter fließt, auch ganz schön überfordern.

Bei der Darstellung der Informationen wird der Schwerpunkt nicht mehr durch ein Favicon auf die Quelle gelegt, sondern durch einen Avatar auf den User, der für die Information verantwortlich ist. So stellt sich beim ersten Aufrufen der Betaversion unwillkürlich ein Déjà-vu-Erlebnis ein, gleicht die Oberfläche doch auf den ersten Blick erstaunlich der von Twitter. Mit dem kleinen, aber entscheidenden Unterschied der Geschwindigkeit, in der die Informationen dargestellt werden.

Freilich könnte man hier und da noch am Farbschema der neuen Beta feilen, aber alles in allem wird das neue FriendFeed ein wichtiger Schritt in die Zukunft sein. Auch wenn man sich wohl eingestehen muss, dass FriendFeed wohl nie den Mainstream-Erfolg haben wird, wie ihn wohl Facebook und Twitter schon haben. Dafür ist FriendFeed nicht einfach genug zu verstehen und der Otto-Normal-User kennt vermutlich die dahinter stehenden Techniken wie RSS gar nicht.

Early Adopters, Web 2.0-Evangelisten und Social Media-”Experten” hat sich FriendFeed mit dieser Beta jedoch wieder schlagartig in Erinnerung gerufen und vielleicht zieht die “Karawane”, nun da der Mob bei Twitter angekommen ist, wieder zurück in Richtung FriendFeed.

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