Thema des Tages und des Wochenendes wird sein: Jan Tißler wurde wegen des WordPress-Plugins “Subscribe to comments” abgemahnt.
Manche gesetzliche Regelungen schießen einfach über das Ziel hinaus. Es ist schön, dass es Gesetze gegen Spam gibt. Aber wie man weiß, hilft kein Gesetz der Welt gegen Spam. Es hilft lediglich geldgierigen Menschen, sich aufgrund solcher Gesetze zu bereichern und andere zu schädigen.
Im Klartext: Es geht um ein Plugin für WordPress, das es Kommentar-Schreibern ermöglicht, die Kommentare zu einem Artikel per E-Mail zu abonnieren, um ggf. auf neue Kommentare reagieren zu können. Das ist einerseits ein Service für die Leser, andererseits hilft es auch dem Blogger, Besucher erneut auf sein Blog zu locken ;) Das Problem: Die eingegebene E-Mail-Adresse wird nicht überprüft. So kann man also bei der Abgabe eines Kommentars jede beliebige E-Mail-Adresse eingeben, an die dann die Kommentarbenachrichtigungen verschickt werden. Betreibt man ein gewerbliches Blog (strittig, aber eine AdSense-Anzeige könnte ausreichen!), könnte die Benachrichtungsmail an jemanden, der nicht benachrichtigt werden wollte, als Spam ausgelegt werden und Zack!, ist man dran. Das wäre die eine Seite und es ist sogar nachvollziehbar. Ich möchte meine E-Mail-Adresse auch nicht unerwünscht in einer Benachrichtigungsliste von z.B. Robert Basic wiederfinden (wegen der Quantität der Kommentare, nicht der Qualität! Obwohl…) ;)
Die andere Seite ist dieses leidige Abmahnwesen in Deutschland. Selbst wenn niemand zu schaden kommt, muss man trotzdem blechen. Und das nicht mal an den Staat, weil man evtl. gegen ein Gesetz verstoßen hat, sondern an einen geldgeilen Anwalt. Es wird Zeit für eine Neuregelung und eine Begrenzung der Abmahngebühren.
P.S.: Ich bin nicht so mutig und lasse das Plugin aktiviert. Ich werde es nun deaktivieren und warte, bis es eine technische Lösung gibt. Aber wer will schon seine E-Mail-Adresse erst bestätigen müssen, wenn man nur mal schnell einen Kommentar abgeben möchte? Da kann man dann ja gleich die Registrierungspflicht fürs Kommentarschreiben aktivieren und dann auch einfach das Plugin aktiviert lassen. Hm…
{ 2 trackbacks }
{ 7 comments… read them below or add one }
Das Problem ist, dass theoretisch einige SEO-Verbrecher dieses Tool sicher bereits missbräuchlich verwendet haben („virales Marketing jetzt auch in der Geschmacksrichtung SEO!“), hier jedoch praktisch über das Ziel hinaus geschossen wurde. Ich benutze als Kommentator das Tool nur selten, mit Double-Opt-In aber sicher gar nicht mehr. Viel zu umständlich.
Habe ich eh noch nie verstanden. Genauso das man bei jedem Kommentar seine eMail-Adresse angeben soll (»wird nicht angezeigt, notwendig«). Seit Jahr und Tag gebe ich dort falsche Adressen an. Sollen die Profi-Kommentierer doch nen RSS-Feed abonnieren.
Märten: Das erste, was wir tun müssen, ist: Tötet alle Anwälte!
Cade: Ja, das gedenk’ ich auch zu tun. Ist es nicht ein erbarmenswürdig Ding, dass aus der Haut eines unschuldigen Lammes Pergament gemacht wird? Dass Pergament, wenn es bekritzelt ist, einen Menschen zu Grunde richten kann? Man sagt, die Bienen stechen, aber ich sage: das Wachs der Bienen tut es, denn ich habe nur ein einziges Mal etwas besiegelt, und seit der Zeit war ich niemals wieder mein eigener Herr.”
William Shakespeare
(“König Heinrich der Sechste”, vierter Aufzug, zweite Szene)
War wohl nur eine Frage der Zeit, bis ein Jurist diese Marktlücke entdeckte…
Also ich habe es vorsichtshalber bei mir im Blog lieber mal deaktiviert. Sicher ist sicher und soo überragend wichtig ist die Funktion nun auch wieder nicht. Erspart einem halt den täglichen Besuch auf einem Blog um zu gucken ob schon jemand geantwortet hat..
wozu diese überreaktion? nach meiner information kann ein privates blog diesbezüglich nicht wegen spam abgemahnt werden. nur gewerbetreibende blogger sind davon betroffen.
@Thorsten: Ist das ein Aufruf zur Gewalt? ;-)